Für die in Mönchengladbach, Rheydt und anderswo auf der Welt

Ein "Mal sehen was hier passiert" – Blog

RSS

271008BER713So etwas gab es noch nie: Gleich drei Minister kamen Dienstag gleichzeitig in die Stadt. Auf Tour waren Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung und NRW-Finanzminister Helmut Linssen.

In der Innenstadt dürfte Cougar AS532 gestern für zahlreiche Blicke gen Himmel gesorgt haben. Der Bundeswehr-Hubschrauber landete gestern gleich zwei Mal in der Stadt. An Bord: Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung. Der CDU-Minister aus Merkels Kabinett machte auf seiner Sommertour Station in Mönchengladbach und besuchte die Soldaten des JHQ, die kurz vorm Umzug nach Großbritannien stehen. Anschließend stattete er – erneut im Hubschrauber unterwegs – dem Gladbacher Reservistenverband der Bundeswehr einen Besuch ab und erörterte im Polizeipräsidium die Afghanistan-Politik der Bundesregierung.

Im Mittelpunkt seines Besuchs im JHQ stand die Frage nach der weiteren Nutzung der ab 2010 leerstehenden Militärbasis. “Wir wollen sehen, was wir leisten können, damit der Wegzug der Truppen nicht für die ganze Region zur Belastungsprobe wird”, versprach der Minister. NRW-Finanzminister Helmut Linssen und Oberbürgermeister Norbert Bude versicherten ebenfalls, dass Bund, Land und Kommune helfen wollen, eine Lösung für das Areal zu finden. “Eine erneute Wohnbebauung ist ausgeschlossen”, sagte Bude.

Kredit für Monforts

Es wird eher dem seltenen Zufall geschuldet sein als dem aktuellen Bundestags-Wahlkampf, dass gestern zeitgleich ein weiteres Mitglied der Bundesregierung nach Gladbach kam: Denn die 200 Mitarbeiter der EGM Automotive (ehemals Eisengießerei Monforts) hörten aufmerksam Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) zu. Er besuchte die Firma, die dringend auf einen Kredit von einer halben Millionen Euro angewiesen ist, um zu überleben. Bisher verweigerten die Banken dem Autozulieferer den Kredit. “Ich kann Ihnen kein Bank herbeizaubern, aber ich werde Ihnen einen direkten Ansprechpartner bei der KfW-Bank vermitteln”, versprach Steinbrück der Belegschaft.

Sollte die bundeseigene Förderbank zustimmen, dann würde diese 90 Prozent der benötigten Summe übernehmen, zehn Prozent – also 50 000 Euro – muss die Firma allerdings durch Lieferantenkredite zusammenbekommen. “Das werden wir schaffen”, war sich Wolfgang Blase, kaufmännischer Leiter der EGM, sicher. “Doch Sie müssen Ihre Hausaufgabe gut machen”, mahnte Steinbrück. Zu diesen zählen ein Businessplan, der zeige, dass der Betrieb eine langfristige Zukunft habe sowie das Runterfahren der Kurzarbeit. Seit 19 Monaten arbeitet knapp 80 Prozent der Belegschaft in Kurzarbeit. “Wir kämpfen schon seit vier Jahren um unser Überleben. Auch wir haben ein Anrecht darauf, weiter zu existieren”, waren die Worte von dem Betriebsratsvorsitzenden Ahmet Özkan.

Quelle: RP




Schreiben Sie einen Kommentar